Verletzungen – Pech oder Unvermögen?

Aktuell wächst ja die Liste der Verletzten Spieler bei 96 wieder an. Zuletzt traf es Schmiede mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel. Leon Andreasen prellt sich den Knöchel und ganz Hannover (vielleicht die gesamte Fußballwelt) schreit auf, Felipe bekommt statt Trainingslager an der Ostsee  Wasserlaufen in Hannover verpasst, Cherundolo hat ein Knie-OP hinter sich und bei Schulle dreht sich was im Kopf.

Da dreht sich auch bei mir was im Kopf, wenn ich mal ehrlich bin (bin ich eigentlich immer). Gewisse Stimmen prognostizieren für die nächste Saison Abstiegskampf wegen fehlender Leistungsträger, andere sagen, das Physio-Team taugt nix bei der Menge an Muskelverletzungen und ganz andere wollen sofort Ersatz-Verpflichtungen für die angeschlagenen Spieler.

Alles Quatsch …

Ich würde gerne mal den aktuellen Verletzungs-Stand analysieren, weil da doch diese ganzen Aufschrei-Fraktion zuviel rot sieht. Oder auch zu schwarz …

Leon Andreasen – Das Rasenschluchten-Suchgerät

Leon ist der Liebling aller. Und das meine ich auch so. Presse, Verein, Fans: Alle lieben ihn für seinen Kampfeswillen, sein grandioses Comeback 2012 und die Tapferkeit, mit der er die Verletzungen erträgt und auskuriert.
Aber Hand aufs Herz: Als man lesen konnte „Andreasen bricht Training ab wegen Knöchelverletzung“: Wer von euch hatte an eine Nichtigkeit gedacht? Das er am nächsten Tag wieder ins Training kann? Keiner, oder? Es war nur eine kleine Prellung von der Art, die wir uns vielleicht in der S-Bahn holen, wenn’s mal voll ist. Aber Presse und Fans schreien „Och nööö, nicht wieder Leon!“. Alle lieben Leon. Dennoch: Ob Leon jemals wieder kommt und es schafft, mal eine ganze Hinrunde zu spielen ohne sowas, weiss natürlich niemand. Als gesetzte Kraft sollte man mit ihm nicht planen, dafür ist er als Mensch viel zu wertvoll und als Spieler zu anfällig. Spielerisch sehe ich für ihn kaum Chancen, es sei denn, wir spielen auf diesen dicken Gummimatten, die man auf Kinderspielplätzen findet, damit die kleinen Racker sich nicht weh tun.

Manuel Schmiedebach – Der ausgeschlafene Abspecker

Muskelfaserriss. Die Ärzte sagen, das es nichts mit seinem geschwächten Körper zu tun hat, nur weil er statt vorgegebenen 2,5 Kilo satte 6 Kilo abgespeckt hat im Urlaub. Das steht ihm gut und er wird jetzt mit Leo Bittencourt verwechselt, weil er sogar seine Frisur abgespeckt hat.

„Jetzt fehlt der auf der 6er-Position!“

rufen einige. Aha.

Wann genau war denn Schmiede bitte ein 6er, der ein Spiel aufbauen kann? Einer, der die anderen anspornt, schickt oder zusammenscheißt, wenn’s nicht läuft? Pinto war so einer! Aber leider ist Schmiede genauso limitiert in seinem Können, wie Pinte das zuletzt war. Ohne Frage ist er ein robustes Kerlchen, das um einen Stammplatz kämpft, aber auch hier fehlt es an der Qualität, die z.B. ein Hoffmann oder Prib auf den Platz bringt. Seine Verletzung ist in rund 4 Wochen ausgeheilt, also wird er auch im Kader 13/14 stehen.

Felipe – Der brasilianische Leon

Tja. Felipe. Mir persönlich tut er ja wirklich leid. Kam hier hoffnungsvoll mit Dante-Gedächtnis-Friese an, passte sich dann aus Loyalität Andreasen und Pander Frisurentechnisch an und verletzt sich auch angepasst recht schnell.
Er ist für mich der Pechvogel des letzten Jahres. Gestern hat er das kuschelige Trainingslager an der Ostsee verlassen und ist in die schönste Stadt der Welt gereist, um dort „Aquajogging“ zu betreiben. Geht wohl nicht an der Ostsee, da scheint das Wasser bäh zu sein. Oder Fitnesscoach Edward Kowalczuk bekommt kein Ausreise-Visum für die Ostsee.
Ihn zieht man also wieder aus dem Mannschaftsgefüge und der Vorbereitung. Klingt irgendwie nach aussortiert, auch wenn Slomka es „Vorsichtsmaßnahme“ nennt.

Felipe noch 2013? ich hoffe ja … Er sollte auf die Position von Schulle, der ja Schwindelig hat.

Ball flach halten 🙂

So, das war’s auch schon mit den „Och nööö!“ Kandidaten. Cherundolo wird seine OP bis Saisonstart auskuriert haben, Franza schafft es bis dahin nicht durch die Reha und Schulle bekommt hoffentlich das kiffen in den Griff (jaja, Spaß 🙂 ).

Alle Nationalspieler kommen ohne S-Bahn-Blessuren nach Hause und solange niemand diese lästigen Beschwerden wie „Rücken“, „Nacken“ oder „Party“ bekommt, sieht der Kader für die neue Saison doch richtig gut aus.

„Verletzungspech“ haben wir in meinen Augen nicht und muskuläre Probleme bei Fußballern sind was völlig normales. Zappt euch mal durch die Liga-Vereine bei Transfermarkt und kurvt mit der Maus über das rote Krankenzeichen bei Spielern … Risse, überall Risse! Götze, Badstuber, Bargfrede, Ottl … Alles solche Trendsetter. Immerhin hab wir noch Exoten dabei mit Haarrissen oder gar gleich echten Knöchelbrüchen wie bei Ex-Eggi … Und trotzdem noch ~ 28 gesunde Spieler im Kader der 1. Mannschaft …

Fakt ist, das Verletzungen immer auftreten können, sogar beim 11er Schiessen (Huszti) und das kein Physio-Team der Welt diese Muskelprobleme präventiv behandeln kann. Es sind Menschen und keine Maschinen.

Nachtrag 03.07.2013,13:00 Uhr

Huszti hat heute im Trainingslager Glücksburg abgebrochen und ist mit dem Doc zur Untersuchung gefahren. Was genaues weiß man nicht. Und solange er nicht getragen werden muß, mache ich mir auch keine großen Sorgen. Stauchung, Dehnung, Prellung. Was auch immer, das ist kurzfristig therapiert!

Und: Die dicken Zehen bei Bittencourt sind keine Verletzungen, sondern resultieren wohl aus dem neuen, nicht eingelaufen oder zu kleinem Schuh! Spielerfrauen in High-Heels werden mehr Schmerzen haben 🙂

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