Ein Kommentar

Pocognoli – Der unerwünschte Rebell?

Großes Rätselraten gibt es aktuell in der Fanszene über den Nichteinsatz von Sébastien Pocognoli. Der gelernte Linksverteidiger kam im Januar 2013 von Standard Lüttich zu Hannover 96. Das war zu dem Zeitpunkt auch nötig, denn die linke Seite mit Pander, Schulz und auch Rausch wurde regelmässig vom Gegner als Schwachstelle ausgemacht. Sein erster Einsatz in der Startelf fand am 26.01.2013 beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg statt. Mit verheerendem Ergebnis …

Schon nach 34 Minuten war es vorbei mit seinem Bundesliga-Debüt für die „Roten“. Ein übermotiviertes Einsteigen in den Gegner lies ihn glatt mit rot vom Platz fliegen. Ein Einstand, der seinen weiteren Weg in Hannover kennzeichnen sollte. Am 29.01.2013 erteilte dann das DFB-Sportgericht ein Sperre für drei Spiele gegen den 25-jährigen.

 

Mülleimer-Gate

Richtig gut etablieren konnte sich Poco beim Trainer nicht, schon im April 2013 bekam Pander oft den Vorzug auf der LV-Position und Poco einen Bankplatz. Wohl auch zurückzuführen auf seine schlechten Zweikampfwerte (Gladbach z.B.).

Der 11.05.2013 (auswärts gegen Leverkusen) war ein Tag, der nicht für Poco gemacht war. Zur 2. Halbzeit durfte er nicht mehr aufs Feld, trotz guter Leistung in der ersten Hälfte. Das Ergebnis war laut Bild-Ticker ein Ausraster in der Kabine, bei dem gegen Mülleimer und anderes tretbares Frust abgelassen wurde. Das „Mülleimer-Gate“ war geboren und damit auch das Nicht aufstellen seitens des Trainers und sein letztes Spiel der Saison 12/13.

Auch in der neuen Saison hat Poco noch keine Minute Pflichtspiel absolviert. Auf der Bank gegen Victoria Hamburg (Pokal) und auf der Bank gegen Wolfsburg (1. Spieltag).

Slomka im Trainingslager:

Auf der linken Seite müssen wir keine Sorgenfalten kriegen. Dort haben wir einen sehr interessanten und gesunden Konkurrenzkampf“, sagte Trainer Mirko Slomka.

Pocognoli und Pander würden sich im Training „sehr ordentlich präsentieren. Es ist spannend zu sehen, dass der Konkurrenzkampf beide sehr anheizt.“

(08/2013)

Erstaunlicherweise bekommt Poco aber trotzdem keine Chance bei Slomka, der immer wieder einen Pander auf die LV stellt, der nicht schnell genug ist. Er ist sicher besser als die letzte Saison, aber lange nicht so gut wie Poco auf der linken Seite, der ja auch mal schnell und gefährlich nach vorne geht. Poco ist immerhin belgischer Nationalspieler, hat laut Medienberichten beim Testspiel gegen Frankreich (0:0) einen sauberen Job abgeliefert und sogar den Siegtreffer auf dem Fuß, bis er in der 80. min. ausgewechselt wurde.Er hat zwar eine gelbe kassiert, aber ein LV ohne gelbe Karte ist doch eher selten.

pocognoli-slomka

Als Poco im Januar verpflichtet wurde, waren die Erwartungen hoch und er hat diese Erwartungen auch erfüllt. Er war der Lichtblick in einer sonst demotivierten Mannschaft, hat immer gekämpft und der Mannschaft mit seiner Bissigkeit sehr geholfen. Sein Stammplatz auf der LV-Position schien ihm sicher, zumal eben Pander und auch Rausch dort doch riesige Lücken und Patzer verbockt haben.

Aber er spielt nicht!

Und keiner versteht es. Was ist da los? Mag Slomka keine „Rebellen“, welche die mal das Maul aufmachen und auch Emotionen fernab von Torjubel zeigen? Pogatetz ist es ja ähnlich ergangen mit dem Trainer …

Ist Poco zu eigensinnig? Kann der Trainer den Namen nicht richtig aussprechen? Lässt Poco sich nicht von seinem klassischen Verteidiger-Stil des schnellen Blockens auf den Slomka-Stil des Ball Ablaufens umprogrammieren?

Niemand weiß etwas konkretes und Trainingskibitze berichten von „Isolation“ im Mannschaftstraining. Poco steht immer etwas weiter weg als andere, dreht auch mal allein eine Platzrunde. Frustriert? Weil er das Vertrauen des Trainers nicht (mehr) hat?

Laut Kicker (Printausgabe) von heute denkt Poco nun über einen Wechsel nach. Hannover würde ihm keine Steine in den Weg legen (Vertrag bis 2016) und hätte wohl auch schon Ersatz für diese Position. 96 betont aber auch, das die Position mit Pander und Schulz ausreichend besetzt sei. (Was ist das denn für eine Sch…?).

Ich persönlich mag den Spieler, er passt zum Image und in das Schema des Spiels. Es wäre schade, wenn der Verein es nicht hin bekommt, einen 2,8 Mio. Linksverteidiger vernünftig in das Spielsystem zu integrieren.

Sollte Poco auch am Samstag gegen Gladbach nicht auflaufen, wäre die Enttäuschung groß, denn gerade bei Auswärtsspielen brauchen wir diese „Rebellen“, die dem Gegner Respekt einflössen …

#PocognoliMussSpielen!

Update 16.08.2013

Da ist es wieder: Das ewige Ying/Yang eines Artikels. Einerseits empfinde ich das Feedback über Twitter und Facebook als sehr angenehm und merke auch, das mit diesem Artikel eine empfindliche Fan-Seele getroffen wurde und sogar die Presse das erwähnenswert findet – Andererseits wird mir eine Kampagne gegen Pander unterstellt.

Um das jetzt endgültig klar zu stellen: Es war nie eine Anti-Pander Aktion! Es war nicht mal eine geplante Aktion! Das Internet lernt schnell und der Hashtag hat sich verbreitet, ganz in der Manier, wie Twitter sich das so vorstellt. Es gibt immer Leute, die irgendwas nicht raffen und genau die, die mir Anti-Pander unterstellen, haben das hier alles überhaupt nicht gelesen.

Ich will das Beste für Hannover 96, dazu gehört auch die bestmögliche Aufstellung von verfügbaren und motivierten Spielern!

Wenn Poco weiterhin übergangen wird, hat 96 viel Geld verbrannt und am Ende schreien wieder alle „Slomka raus!“, wenn über links die Buden kommen. Sollte Pander sich wider Erwarten als „Bank“ auf links erweisen, ist mir das auch Recht!

Aber: Ein paar Testspiele als Referenz für Pander’s Leistungssteigerung heran ziehen, ist aber nicht der Weisheit letzter Schluß. Ebenso wenig, wie die Alternative überhaupt nicht spielen zu lassen …

Hannoveraner drehen sich immer irgendwie schön im Kreis, oder? Immer negatives unterm Fingernagel rauskratzen damit man morgens in der Frühstückspause was zum meckern hat.

(habe fertig)

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Ein Kommentar zu Pocognoli – Der unerwünschte Rebell?

  • Thomas  meint:

    Hey, es ist doch hier eindeutig geschrieben worum es geht.
    Ein Wertvoller Spieler ist auch nicht direkt erkennbaren Gründen nicht im Einsatz. Es wirft Fragen auf warum er nicht spielt und es ist auf keinen Falle eine Kampagne gegen irgendwen.

    Wenn es Aktionäre wären um deren Geld es geht, wäre diese Frage doch auch gerechtfertigt oder nicht?

    Geld verbrennen und dazu Fans frusten sollte, egal bei welcher Mannschaft, immer ausbleiben.

    In diesem Sinne „Auf geht’s“

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