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Djourou geht zum Hamburger SV – Ein Verlust, der keiner ist?

Der 26-jährige Johan Djourou wurde im Winter 2012 von Arsenal zu Hannover 96 ausgeliehen. Er war Bankdrücker, weil in seiner Parade-Disziplin IV ein Überangebot bei Arsenal herrschte. Schon mit 16 wurde er bei Arsenal unter Vertrag genommen, konnte sich aber nur eine Spielzeit (2009/2010) bei Arsenal behaupten.

Geschichte

Da kam die Anfrage von Ex-Sportmanager Jörg Schmadtke gerade recht. Ausleihen für sechs Monate, 96 brauchte zu der Zeit dringend Sofort-Hilfe in der Abwehr. Haggui weit unter seiner Form nach dem Abgang von Pogatetz, Eggimann Knöchelbruch, Schulz zu langsam, Cherundolo verletzt oder auch zu langsam. Für 96 schient Djourou der „Heilsbringer“ zu sein. 198 cm schweizer Wand mit ivorischen Wurzeln.

Von den 17 Rückrundenspielen hat Djourou 13 für 96 bestritten und es zeigte sich, das nur zusammen mit Schulz die IV funktionierte. Halbwegs jedenfalls. Djourou fehlte Spielpraxis, aber die bekam er ja jetzt, glänzte mit einigen guten Aktionen und er konnte etwas, was die anderen IV nicht konnten: Spieleröffnung!

Dafür war mal Felipe geholt worden, ein kräftiger, wendiger IV, der moderne Spieleröffnung mit Überblick beherrscht. Das kam ja leider anders und nur mit viel Glück werden wir Felipe 2013 noch spielen sehen.

Heilsbringer? Wirklich?

Fakt ist, das Hannover 62 Gegentore kassiert hat. 31 in der Hinrunde ohne Djourou und 31 in der Rückrunde mit Djourou. Das gibt nicht viel positives her, oder? Möglicherweise hätte 96 mehr kassiert ohne ihn, aber das ist blanke Theorie. Das einzige, was er positiv auf seinen Arbeitsnachweis schreiben kann ist, das er die IV viel ruhiger gemacht hat, abgeklärter. Aber eben nicht besser …

Trotzdem war 96 weiterhin daran interessiert, Djourou ein weiteres Jahr zu leihen, wäre sogar bereit gewesen, ihn aus seinem Vertrag zu kaufen. Im April wurden da noch Summen um die 4 Mio. € propagiert. Eigentlich zu teuer für den Verein. Aber sie wollten ihn …

Der kleine HSV

Bei 96 war man sich einig, das Djourou weiterhin hilfreich sein wird, zumal er ja mehrfach betont hat, wie sehr er Hannover mag und wie gerne er für 96 spielt. Das diese virtuelle Wappenklopferei eigentlich nur das klopfen auf’s Portemonaie ist, hat wohl niemand vermutet.

Djourou beim Medizin-Check in Hamburg

Der „kleine“ Hamburger SV taucht plötzlich als Mitbieter um den Spieler auf und der neue Sportdirektor des Vereins, Kreuzer ging da auch ziemlich aggressiv und abwertend gegenüber Hannover ans Werk. Lockte Djourou mit der Aussicht auf europäischen Fußball, Stammplatz, Geld. Auch hat es Kreuzer im Gegensatz zu Hannover geschafft, sich einen Kaufoption zu sichern. 2,8 Mio. soll er angeblich kosten. Der klamme HSV scheint’s ja doch zu haben.

Aber egal, die Finanzen von Vereinen gehen mich nichts an und spanische Verhältnisse werden wohl auch in Hamburg nicht herrschen. Heute hat Djourou beim Hamburger SV den Vertrag unterschrieben und viele 96-Fans nennen ihn jetzt „Verräter“ oder auch „Judas“.

Ball flach halten!

Ja, Djourou ist weg. Ja, er hat 96 Treue geschworen. Aber eben nur für sechs Monate. Nicht mehr. 96 war sein Sprungbrett in die Bundesliga und das hat er jetzt effizient genutzt. Das war’s auch schon. Zig Spieler wechseln aktuell die Vereine und ich möchte auch bemerken, das wir so ein „Wettbieten“ um Spieler bei Eddy Prib „gewonnen“ haben. Das ist auch eine Top-Verpflichtung, die sich nachhaltig auswirken wird.
Salif Sané

Dazu hat 96 auch noch eine weitere 196 cm Wand mit Salif Sané bekommen. Auch wenn sein Verein aus der 1. Liga in Frankreich abgestiegen ist, war er der Verteidiger mit dem besten Werten der gesamten Spielzeit!

Und dann ist da ja auch noch der Neuzugang Florian Ballas. Der ist zwar geplant für Hannover 96 II, aber nachdem, was ich bislang von ihm gesehen habe, könnte er auch in der Bundesliga spielen. Auch eine richtige Kante mit 198 cm und gelernter IV. Wir haben also gleich zwei Optionen für Djourou und deshalb kann er ruhig beim kleinen HSV spielen, das wird sicher einige lustige Szenen mit dem „Bollwerk“ Westermann geben 🙂
In diesem Sinne, ein Verlust, der keiner ist!

4 Kommentare zu Djourou geht zum Hamburger SV – Ein Verlust, der keiner ist?

  • Anonymous  meint:

    guter artikel!

  • Anonymous  meint:

    So siehts aus. Trotzdem kann man den Prib Transfer nicht mit dem Djourou Transfer vergleichen wie ich finde, da Prib nie ein klares Bekenntnis zu Dortmund oder Frankfurt abgegeben hat, Djourou schon eher. Pfeifkonzert bekommt er trotzdem.

    • JustMy2Cent  meint:

      Nein, ein direkter Vergleich wäre unpassend, aber Eddy hatte ja schon bei Frankfurt „zugesagt“ (was auch immer das in der heutigen Zeit bedeutet) und das Kleeblatt selbst war der Verhandlungspartner. Am Ende fiel bei Eddy natürlich die Entscheidung durch seinen alte Club über die Höhe der Ablöse. Am Ende bin ich aber froh, das er bei 96 angekommen ist und er das scheinbar auch gut findet.

  • Anonymous  meint:

    Gute Zusammenfassung der Ereignisse! Darf man sich auf mehr freuen ??

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