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Derbys machen bekloppt!

Hannover/Harsewinkel – Laut Speisekarte des „Klosterstübchens“ gibt es im April dort „Spargelfieber“. Ob man das nach oder vor dem Verzehr bekommt, konnte ich allerdings nicht herausfinden. Aber eins ist sicher: Das Trainingslager in Harsewinkel erzeugt „Stindlfieber“. Definitiv. Es macht frustrierte Alibi-Spieler wieder zu gestandenen Männern mit Eiern auf dem Platz. Sogar bei denen, die ihre Eier vorher schon beim feiern im „Palo Palo“ abgegeben hatten …

Die Männer von Stepford

Der eine oder andere wird den Film „Die Frauen von Stepford“ kennen, in der unbrauchbare, menschliche Frauen gegen perfekt funktionierende Kopien ausgetauscht wurden. Das war – zugegeben – unheimlich. Da sich scheinbar kaum jemand erklären kann, warum die Mannschaft plötzlich „wie ausgewechselt“ spielt, biete ich hiermit eine glaubwürdige Erklärung an :-). Meinetwegen darf die Truppe jede Woche ein neues Kloster besuchen, wenn danach solche Spiele wie das gegen Hamburg gemacht werden. Vielleicht könnte dann auch der eine oder andere gleich noch ein Schweigegelübde ablegen. Oder Reichtum entsagen.

Adler Stindlig gespielt

Drei Torschüsse in fünf Minuten, der vierte Schuß passt zum 1:0 nach acht Minuten. Adler wird stindlig, VdV wird ausgepribt, Westermann hat eine Leistungszerrung und die gesamte Verteidigung läuft wie geschullert. Sakai spielt Pearl Harbour nach und Zieler tanzt seinen Namen an der Grundlinie. Rudnevs kann Hackentricks mit fremden Schuhen und ein ganzes Stadion singt den „Ya Konan-Song“. Da werden Sitzplätze zu Stehplätzen und nach dem Spiel unterhalten sich alle nur noch per Zeichensprache, weil die verlorene Stimme irgendwo im Stadion um Gnade winselt. Sonnengott Slomka erkennt die Mannschaft nicht wieder und beschwert sich danach über seine neue Mannschaft. Jeder in Hannover ist froh, das Slommel seine Auswärts-Depperei mit in die Hansestadt genommen hat. Dufner hat Pipi für alle in den Augen nach dem Spiel und Kind lauscht noch verzückt Helene Fischer im 96-Abspann, während „Schatzi“ schon vor dem Stadion den Wagen seit 15 Minuten vorwärmt. Wunderbar!

Fanversager

So werden die paar hundert Supporter genannt, die vorher mit „Derbyversager“ skandierten und ausser schmollen nicht wirklich viel konnten. Mir ist die Brisanz und auch die Lage zwischen Ultras und Verein sehr wohl bewusst und ich bin froh, wenn es dort endlich mal Kompromisse geben würde, mit denen beide Seiten leben und sie auch einhalten können. Ein Choreo-Verbot für den Abschied vom Captain Cherundolo finde ich von Vereinsseite z.B. total daneben.

Das nach dem verlorenen Derby gegen Braunschweig die Nerven blank liegen, kann ich bedingt verstehen, auch das man sich darüber masslos ärgert, weil man ja jetzt mit viel Pech jahrelang dieser Schmach ausgesetzt ist, wenn BS absteigt und es damit keine Wiedergutmachung gibt.
100.000 Euro Geldstrafe für den Verein und eskortierte Busfahrten ohne Pinkelpause sind die Resultate aus dem Hinspiel. Stinkefinger, Kehle-Durchschneiden-Gesten und Beleidigungen gegen die eigene Mannschaft das Resultat des Rückspiels. Der Stimmungsboykott beim Hamburg-Spiel hatte keinen Erfolg, der Verein ist nicht „gefallen“ und die Schmoller wurden auch noch ausgebuht. Das haben sie sich sicher anders vorgestellt, trotzdem halte ich den Support der Ultras für wichtig, weil koordiniert. Also macht bitte wieder das, worauf ihr so stolz seid: Support für euren Verein!

Jeder darf seine eigene Meinung zu dieser grottigen Derby-Statistik haben, ich greife niemanden an und werde niemanden verteidigen. Ich finde es nur beschämend, wie Verein und einige Fans sich nach außen präsentieren.

Würstchen mit Spätzle

Das Hamburg-Spiel war ein ganz wichtiges zum Klassenerhalt. In den letzten zwei Spielzeiten reichten unsere 32 Punkte zum direkten Klassenerhalt. Könnte jetzt auch klappen. Aber 96 ist hungrig und da kommen uns die ganzen Futterbuden in den letzten Spielen doch gerade recht. Frankfurter mit Spätzle, danach noch ein paar Nürnberger mit Spätzle. Das ist jetzt zwar nichts zum satt essen, aber 2-3 Pünktchen kann man damit schon noch füllen.
Aktuell auf Platz 13 mit 5 Punkten auf den Relegationsplatz. Alle unter uns haben noch mindestens eine TOP 5 Mannschaft vor sich (der HSV sogar zwei, WOB und FCB) und holen max. noch 3-4 Punkte. Ein Punkt am Donnerstag gegen die Frankfurter Würstchen wäre 96% der Punkt zum Klassenerhalt, noch einen gegen Stuttgart, weil direkter Konkurrent und der Rest kommt nicht mehr dicht genug ran. Braunschweig und Nürnberg steigen ab (auch wenn ich bei BS noch zweifle), Hamburg geht in Relegation gegen Paderborn oder (Höchststrafe) gegen Pauli.

So, jetzt haben sich hoffentlich alle wieder lieb, schöne Woche!

4 Kommentare zu Derbys machen bekloppt!

  • Anonymous  meint:

    „Adler Stindlig gespielt“ – den haste aber geklaut, mein Lieber! 😉

    Hat der Verein wirklich eine Choreo für Stevie verboten?! Das fänd ich richtig scheiße und unglaublich schade für ihn. Er hat einen grandiosen Abschluss seiner Profikarriere verdient!
    Aber das würde mal wieder zum Scheissverein passen – sich nicht vernünftig von verdienten Protagonisten zu verabschieden. Strauß Blumen und fertig…

    Es wäre so schön, wenn alle Fans und der Verein wieder eine Einheit würden. Aber das scheitert im Moment auf mehreren Ebenen. Sehr schade!

    WB80

  • Anonymous  meint:

    Ja, zugegeben ist „stindlig“ nicht von mir. Aber der ist zu genial, um das nicht weltweitweg zu publizieren 🙂 Das mit dem Choreo-Verbot habe ich Samstag gehört. Wenn es stimmt, peinliche Aktion vom Verein, ja

  • Anonymous  meint:

    Nicht nur die Ultras haben momentan keinen Bock mehr auf Support sondern auch diverse andere Fans/Gruppierungen und dies hängt hauptsächlich damit zusammen, dass Vereinsangestellte vor Gericht lügen und 96 Vertragsbruch begeht um den eigenen Fans bereits bezahlte Eintrittskarten vorzuenthalten. Noch besser es ist sogar die gleiche Vereinsführung, welche sich regelmässig über Pyrostrafen echauffiert, aber dann bereit ist Gerichtsverfahren gegen JEDEN EINZELNEN Besitzer einer Auswärtsdauerkarte einzugehen, obwohl eine Niederlage des Vereins und somit eine Übernahme der Verfahrenskosten absehbar ist. Ich denke wenn so mit Fans umgegangen wird, die seit Jahren Heim- und Auswärtsspiele besuchen, dann sollte eine mangelnde Lust auf Friede/Freude/Eierkuchenpartystimmung nachvollziehbar sein und hat nur noch relativ wenig mit Schmollen auf Grund des verlorenen Derbys zu tun.

  • Anonymous  meint:

    Ja – endlich! 🙂

    Das war aber eine lange Schaffenspause….! Ich dachte schon, Du hättest das Schreiben ganz eingestellt! 🙁
    Was unglaublich schade gewesen wäre, denn das kannst Du ja meisterlich und es macht immer wieder Spass, Deine Texte zu lesen – ob man nun der gleichen Meinung ist oder nicht!

    Bitte, bitte jetzt wieder regelmäßig, ja?

    Das Kloster als Rätsels Lösung? Dann darf es dieser Aufenthaltsort in kritischen Zeiten gerne immer wieder sein! 😉

    Ja, und die Fan-Lager sind gespalten – das ist meiner Meinung nach ein Verdienst Martin Kinds. Er gibt ja öffentlich zu, die Ultras ( was immer er darunter versteht; ist ja eigentlich nur der Sammelbegriff für leidenschaftlicher Fan) auszugrenzen und aus der Nordkurve eliminieren zu wollen. Feiner Schachzug! Er möchte halt nur den Erfolgsfan im Niedersachsenstadion wissen…! Damit stirbt das Fußballerlebnis! Da könnte man ewig drüber diskutieren….
    Egal!
    Ich persönlich verstehe die Haltung der Ultras, habe trotzdem die Mannschaft angefeuert. Wie Du auch geschrieben hast – jeder darf das gerne selbst entscheiden und er würde Größe zeigen, wenn er die andere Seite trotzdem akzeptieren könnte.
    Ich weiß schon, was mit dem Plakat „Heute geben wir alles“ gemeint war und fand es relativ schlagfertig. Das waren ja die Aussagen von Trainer und Spieler nach den letzten katastrophalen Auftritten: „Die Mannschaft hat alles gegeben…“
    Lange vorher schon haben die Fans jede Niederlage und jedes schlechte Spiel verziehen, es hieß immer nur: Egal, alles, was wir wollen, ist der Derby-Sieg!
    Wie da „alles gegeben“ wurde, ist ja bekannt!
    Von daher, wie gesagt, kann ich auch die Haltung und die Einstellung der „Ultras“ verstehen. Das sind ja auch immerhin die, die sich jedes Auswärtsspiel antun, mit dem Wissen, dass es gerade da auch nie etwas zu bejubeln gibt. Und denen nun auch noch die Anreise zu diesen Nullpunkte-Spielen erschwert wurde.

    Selbstdarsteller – nicht für mich!

    Oh, abgeschweift!

    Sollte es für Cherundolo keine Choreo geben, bin ich auf jeden Fall einer von denen, die künftig in die „Kind muss raus“-Rufe einstimmt. Sorry, aber das, was für Lala möglich war, muss für Stevie auch möglich sein. Da muss die Menschlichkeit in dieser Schmierenkomödie Vorrang haben…

    Und dann haben sich hoffentlich alle wieder lieb…!!!

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